Bericht über das abgelaufene Jahr

Kritik an europäischer Zentralbank - sprudelnde Gewerbesteuer

Über eine satte Dividende über 3,25 Prozent können sich die Mitglieder der Raiffeisenbank Kemnather Land-Steinwald eG für das abgelaufene Geschäftsjahr freuen. Die Vertreterversammlung in der Mehrzweckhalle zeigte sich mit den erwirtschafteten Ergebnis sehr zufrieden (wir berichteten).

Eingangs gab der Vorstand einen gesamtwirtschaftlichen Überblick über das vergangene Jahr. Der EZB-Chef Draghi torpedierte mit seiner Politik unser Geschäftsmodell, das zum Großteil aus der Zinsspanne also aus dem Ertrag aus Kreditgeschäften und dem Aufwand aus Einlagengeschäften besteht. Dennoch verstanden wir es in dieser schwierigen Zeit für uns akzeptable Ergebnisse einzufahren, berichtete Vorstand Joachim Geyer. Der Mitgliederstand betrug zum Jahreswechsel 7.337 Mitglieder mit insgesamt 27.916 Geschäftsanteilen, wobei jeder vierte Bürger im Geschäftsgebiet Mitglied der Genossenschaft ist.

Die Bilanzsumme stieg im vergangen Jahr um knapp vier Prozent auf 316,6 Millionen Euro an. Diese Steigerungsrate ist ausschließlich auf ein organisches, gesundes Wachstum zurückzuführen. Von den insgesamt 260 Genossenschaftsbanken in Bayern nimmt die Bank mit ihrer Bilanzsumme die Rangstelle 145 ein und von den 31 Geno-Banken in der Oberpfalz die Rangstelle 18 und liegt somit im gesunden Mittelfeld der Größenklassen. Die Einlagen der Kunden belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 259 Millionen Euro. Dies entspricht einer Steigerung zum Vorjahr um 1,7 Prozent.

Die Messlatte für die Eigenkapitalausstattung für Kreditinstitute wird permanent durch die Europäische Zentralbank nach oben gelegt. Die Genossenschaft kann alle derzeitigen Eigenkapitalanforderungen problemlos erfüllen. In einer Grafik zeigte Geyer die Entwicklung des erwirtschafteten und versteuerten Eigenkapitals innerhalb der letzten 9 Jahre auf. Dieses hat sich von knapp 9 Millionen auf mittlerweile aktuell 23,5 Millionen Euro erhöht, was einer Stärkung um über 14 Millionen entspricht. Diese Rücklagenentwicklung ist günstiger als die durchschnittliche Entwicklung der Kreditgenossenschaften in Bayern, dankte Joachim Geyer allen Kollegen, die zu diesem sehr guten Entwicklung beigetragen haben.

Die Kundenkredite steigen um über 8,4 Millionen Euro auf 126,3 Millionen Euro an, was einen prozentualen Anstieg um über sieben Prozent entspricht. Der Durchschnitt der bayerischen Genossenschaftsbanken steigerte sich hier um rund fünf Prozent. Unser Kreditwachstum ist zudem gesund und organisch gewachsen, so Joachim Geyer, der wiederholt über keine nennenswerten Forderungsausfälle in den letzten Jahren berichten konnte. Das insgesamt auch mit den Verbundpartnern betreute Kundenvolumen beträgt 574 Millionen Euro und konnte um rund 17,5 Millionen Euro gesteigert werden.

Die Eigenanlagen der Bank zum Bilanzstichtag betragen rund 158 Millionen Euro. Aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsniveaus stellt das Managen der Eigenanlage uns vor eine große Herausforderung, so Geyer. Aufgeführt ist unter anderem auch die Beteiligung an dem Tochterunternehmen, der Raiffeisen-Markt Waren GmbH, die zu einhundert Prozent der Genossenschaft gehört. Rund drei Viertel des Sachanlagevermögens ist in die rundum gesunde Waren-Tochter investiert, zeigte sich Geyer zufrieden, hier in der Vergangenheit die richtigen Investitionsentscheidungen mit getroffen zu haben.

Bei der Gewinn- und Verlustrechnung ging der Redner auf die Entwicklung des Zinsüberschusses ein. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank wirkt sich nachhaltig negativ auf die Ertragslage aus, immerhin macht das Zinsgeschäft zwei Drittel des Rohüberschusses aus. Unsere Provisionserträge liegen deutlich über dem Niveau des Durchschnitt der bayerischen Genossenschaftsbanken und ist Ausdruck der auf dem Vertrauen der Kunden basierenden Vertriebsstärke unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, so Geyer.
 
Die Zahl der Arbeitnehmer betrug 95 Mitarbeiter, davon 40 Vollzeitbeschäftigte, 53 Teilzeitbeschäftigte und 2 Auszubildende. Trotz des andauernden niedrigen Zinsumfeldes und daraus entstehenden Druck auf die Margen zeigte sich der Vorstand mit dem erzielten Ergebnis zufrieden. Guter Ertrag löst aber auch eine hohe Steuerlast aus. In den letzten drei Geschäftsjahren hat man über 2,1 Millionen Euro an Steuern gezahlt, davon im Schnitt rund 300.000 Euro pro Jahr an Gewerbesteuer für die Kommunen. Dies ist ein eindrucksvoller Beweis für unsere Leistung als Wirtschafts- und Wertschöpfungsgeber für unsere Region, betonte Geyer.

Auch mit der Dividende in Höhe von 3,25 Prozent bietet man angesichts des derzeitigen Zinsniveaus eine sehr gute Ertragsausschüttung auf die Geschäftsanteile, so der Vorstand. Er bedankte sich hierbei beim Personal und dem Aufsichtsrat um deren Vorsitzenden Hubert Kellner. Dieser bestätigte, dass der Jahresabschluss vom zuständigen Prüfungsverband, dem Genossenschaftsverband Bayern, geprüft wurde und der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt wurde.

Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand in insgesamt 9 Aufsichtsratssitzungen vom Vorstand regelmäßig informiert und war unmittelbar in die Entscheidungen von besonderer Wichtigkeit immer eingebunden. Kellner verlas satzungsgemäß die zusammenfassenden Schlussbemerkungen des letzten Prüfungsberichtes des GVB. Die Vertreter beschlossen anschließend einstimmig über die Verwendung des Jahresabschlusses  und entlasteten den Vorstand und den Aufsichtsrat einstimmig.