Bericht des Vorstandes

Auf ein solides und gesundes Wachstum blickte der Vorstand der "neuen" Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest eG bei ihrer Vertreterversammlung zurück. Das Jahr eins nach der Fusion war geprägt von den Aufgaben und Weichenstellungen im Zuge der Fusion. Vorstandssprecher Joachim Geyer referierte bei der ersten gemeinsamen Vertreterversammlung (wir berichteten) zu den wirtschaftlichen Zahlen.

Der Vorstand erinnerte eingangs an die Fusion im Frühjahr letzten Jahres. Seither fanden viele Harmonisierungsprozesse und Fusionsprojekte statt. Die neue Raiffeisenbank belegt aktuell einen gesunden Mittelfeldplatz bei den Oberpfälzer Genossenschaftsbanken mit der Rangstelle 12 bei insgesamt 28 Banken und bei den Bayerischen Genossenschaftsbanken die Rangstelle 100 von insgesamt 244 Banken. Die Bank gehört zum Jahreswechsel knapp über 10.000 Mitgliedern mit rund 40.000 Geschäftsanteilen. Somit ist nahezu jeder dritte Einwohner im Geschäftsgebiet Mitglied unserer Genossenschaft, betonte Geyer.

Die Bilanzsumme für das neue Fusionshaus hat sich auf 455,9 Millionen Euro erhöht. Das im Vorjahr prognostizierte Wachstum hat damit unsere Erwartungen übertroffen, freute sich der Vorstand. Das insgesamt betreute bilanzielle und außerbilanzielle Kundengeschäft aus Anlagen und Krediten beläuft sich auf 864 Millionen Euro und konnte zum Vorjahr deutlich gesteigert werden.

Die eigenen Kundenkredite stiegen auf 205 Millionen Euro um drei Prozent an. Das Kreditwachstum ist gesund und organisch gewachsen. Man konnte erfreulicherweise von keinen nennenswerten Forderungsausfälle in den letzten Jahren berichten. Eine Kreditklemme spüren unsere Kunden zudem ebenso nicht. Allen vertretbaren Kreditwünschen stehen wir aufgeschlossen gegenüber. Wir haben zudem unsere Kompetenz bei der Beratung unserer Kunden bei den oftmals komplexen Förderkrediten von Bund und Ländern im Bereich Wohnungsbau, Landwirtschaft und Gewerbe unter Beweis gestellt, wies der Vorstand auf die Stärken hin.
 
Die Eigenanlagen der Bank belaufen sich zum Bilanzstichtag ebenso auf rund 205 Millionen Euro. Die Position Sachanlagen in Grundstücke, Gebäude sowie der Betriebs- und Geschäftsausstattung nimmt nach wie vor eine wesentliche Stellung auf der Aktivseite ein. Diese Position ist vor allem geprägt durch unsere Immobilieninvestitionen in unsere 100 % - Tochter der Raiffeisen-Markt Waren GmbH, so Geyer. Nennenswerte Investitionen im Jahr 2017 waren vor allem der Neuumbau in unserer Geschäftsstelle in Kirchenthumbach und der Beginn der Siloerweiterung im Gewerbepark Erbendorf.
 
Die Kundeneinlagen verzeichneten eine Plus über fünf Prozent und belaufen sich auf 375 Millionen Euro. Anleger vermeiden nach wie vor langfristige Geldanlagen und bevorzugen liquide Anlageformen, so Geyer. Sicherheit und Verfügbarkeit haben immer noch hohe Priorität. Aber dieses kurzfristige Parken führt zu einer massiven Geldentwertung, da unter Berücksichtigung von Inflation ein negative Realverzinsung hingenommen werden muss. Etliche Anleger haben aber auch direkt in die Wirtschaft investiert, indem sie vermehrt in Aktien, Zertifikate der DZ Bank oder auch in Fonds investierten.

Joachim Geyer stellte fest, dass die Bank alle Eigenkapitalforderungen problemlos erfüllen kann. Die Kernkapitalquote beläuft sich derzeit auf sehr gute 16,87 Prozent und liegt damit deutlich über den gesetzlichen Mindestanforderungen. Die erste gemeinsame Gewinn- und Verlustrechnung ist durch die Fusion gekennzeichnet, insbesondere auch durch die damit verbundenen Fusions- und Prozesskosten. In unserem Fusionsgutachten haben wir in den nächsten fünf Jahren aber deutliche Synergieeffekte identifiziert, die diese Kosten rechtfertigen, so Geyer.

Auch die Raiffeisenbank leidet unter dem niedrigen Zinsniveau, da das Zinsgeschäft rund zwei Drittel des gesamten Rohüberschusses ausmacht. Bei den weiteren zusätzliche Erträgen der Bank bei denen man über dem Niveau des Durchschnitts der bayerischen Genossenschaftsbanken liegt, kommt unter anderem der hohe Ausbildungsgrad unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Ausdruck, für deren Engagement sich Joachim Geyer ausdrücklich bedankte.

Neben den Bilanz- und Ertragszahlen ist der Bank auch das soziales Engagement erneut wichtig. In jedem Jahr stellt man den gemeinnützigen Organisationen im Geschäftsgebiet erhebliche Beträge zur Förderung der Kultur- und Jugendarbeit zur Verfügung. Letztes Jahr haben wir heimischen Vereinen und Einrichtungen mit insgesamt 53.000 Euro unterstützt, berichtete Joachim Geyer. Es ist unser Selbstverständnis, dass wir ein Teil der in unserer Region erwirtschaften Gewinne auch wieder in die Region zurückgeben.

Vorstand und Aufsichtsrat schlugen der Versammlung eine Dividende über 1,00 Prozent auf die Geschäftsguthaben vor, die ergänzt wird durch das Mitglieder-Bonus-Programm. Dies stellte in diesem Zusammenhang sein Vorstandskollege Thomas Keck vor. Das Modell wurde von der Raiffeisenbank  Grafenwöhr-Kirchenthumbach eG in die Fusion mit eingebracht. Bei diesem Bonusprogramm sammeln die Inhaber von Geschäftsanteilen automatisch Bonuspunkte für regelmäßige Gehalts- oder Renteneingänge, für Anlagen, Kredite oder auch Sparpläne. Im Rahmen der „Genossenschaftlichen Beratung“, die unsere Berater anbieten, kann so eine Gesamtrendite von bis zu 10,52 % erzielt werden, betonte Thomas Keck. Die durchschnittliche Rendite aller Geschäftsanteile beträgt 3,04 Prozent.

Bürgermeister Hans Donko bedankte sich in seinem Grußwort für die hohen Gewerbesteuerzahlungen an die im Geschäftsgebiet der Bank befindlichen Kommunen im sechsstelligen Bereich, sowie für die zahlreichen Arbeitsplätze in der Region.  Die Zahlen der Bank sind ein eindrucksvoller Beweis für deren Wirtschafts- und Leistungskraft in der Region.