Genossenschaft ist verlässlich auf nachhaltigem Kurs

Die Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest eG fand im großen Saal des katholischen Jugendheims statt (wir berichteten). Die Genossenschaft steuerte ihr Schiff im Jahr 2019 besonnen und umsichtig und behielt ihren nachhaltigen Kurs bei, zeigte der Vorstandssprecher Joachim Geyer in seinem Bericht auf.

Insgesamt 10.105 Mitgliedern mit knapp 40.000 Geschäftsanteilen sind Mitglied in der Genossenschaft. Somit ist nahezu jeder dritte Einwohner in unserem Geschäftsgebiet Mitglied unserer Genossenschaft, so Geyer eingangs. Dies ist ein klares Zeichen, dass die Idee und Werte einer Genossenschaft nach wie vor attraktiv sind. Im Rahmen des VR-MitgliederBonus-Programms erhalten die Mitglieder auch dieses Jahr wieder ein stattliche Bonusausschüttung für ihre Treue. Die Raiffeisenbank hat sich erneut als verlässlicher Partner in der Region präsentiert und ihre Marktanteile stabilisiert, so der Vorstand.
 
Die Bilanzsumme hat sich um ein Plus in Höhe von 6,3 Prozent auf knapp eine halbe Milliarde erhöht. Damit wurden unsere Erwartungen mehr als übertroffen, freute sich der Raiffeisenchef. Man nimmt mit dieser Größenordnung bei den 227 bayerischen Genossenschaftsbanken einen gesunden Mittelfeldplatz ein. Hervorzuheben ist die Entwicklung beim Kundengesamtvolumen, dass inklusive der Produkte unserer Verbundpartner ist, so Geyer. Hier verwaltet man mittlerweile knapp einer Milliarde Euro. Ein eindrucksvoller Beweis für die hohe Attraktivität unserer Produkt- und Dienstleistungspalette, aber auch der Leistung unserer Kundenberaterinnen und Kundenberater.
 
Die Forderungen an Kunden wuchsen erfreulicherweise um 5,6 Prozent an, was auf die spürbare verstärkte Nachfrage nach privaten Wohnbaudarlehen sowie nach Kommunaldarlehen zurückzuführen ist. Das Kreditwachstum ist nach wie vor kerngesund und solide angewachsen, betonte dabei der Vorstand. Die Eigenanlagen der Bank betragen zum Bilanzstichtag rund 214 Millionen Euro, was nahezu exakt dem Vorjahresniveau entspricht. Die Sachanlagen haben sich auf knapp zehn Millionen Euro erhöht. Auch die Umsatzstärke des Tochterunternehmen der Bank, der Raiffeisen-Markt Waren GmbH, bei der man nach wie vor alleiniger Gesellschafter ist, ist bayernweit beachtlich. (Bericht folgt).
 
Eine solide Eigenkapitalausstattung ist nicht nur außerordentlich wichtig zur Erfüllung der europäischen Eigenkapitalforderungen und Grundlage für das Vertrauen in unsere Bank, sondern auch zwingende Voraussetzung für künftiges Wachstum, insbesondere im Kreditgeschäft, stellte Geyer fest. Alle derzeitigen und mittelfristigen Eigenkapitalforderungen werden problemlos erfüllt. Unsere Kernkapitalquote beläuft sich derzeit auf 16,5 Prozent und liegt damit über den Mindestanforderungen. Das erwirtschaftete und versteuerte Eigenkapital konnte in den letzten fünf Jahren um knapp acht Millionen Euro gestärkt werden. Auch im Jahr 2019 fließen wieder hohe Beträge den Rücklagen, dem Fond für allgemeine Bankrisiken und den Vorsorgereserven zu.
 
Getrieben durch das anhaltende Niedrigzinsumfeld waren erneut rückläufige Zinserträge für alle zu verzeichnen. Unsere Kunden nutzen daher mittlerweile nachhaltig die Produkte unserer Verbundpartner, so Geyer. Mit unserer Provisionsspanne liegen wir deutlich über dem Niveau des Durchschnitts der Bayerischen Genossenschaften. Wer Ertrag erwirtschaftet, der zahlt auch Steuern. Die Steuerlast alleine aus der Einkommens- und Ertragssteuer sowie den sonstigen Steuern betrug rund 860.000 Euro, insgesamt eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um knapp 100.000 Euro. Darin sind Gewerbesteuerzahlungen an unsere Kommunen in unserem Geschäftsgebiet über rund 350.000 Euro enthalten.
 
Beim Thema Gewinnverwendung kann man aus heutiger Sicht von bisher keinen zusätzlichen Belastungen aus den Folgen der Coronakrise berichten, so Geyer, diese können aber zeitversetzt für Firmen- und Privatkunden immer noch eintreten. Bereits im April haben deswegen die obersten Bankenaufseher, die Europäische Zentralbank (EZB), eine Empfehlung abgegeben, auf eine Ausschüttung von Dividenden zu verzichten. Diese Forderung wurde Anfang August wiederholt. Auch die Vertreterversammlung folgte deswegen dieser Forderung und beschloss auf eine Dividendenausschüttung dieses Jahr zu verzichten und den Bilanzgewinn zur Stärkung des Eigenkapitals zu verwenden.
 
Im Rahmen des VR-MitgliederBonus-Programms erhalten die Mitglieder zudem wieder eine stattliche Bonusausschüttung für ihre Treue. Mit dieser Ausschüttung erzielen wir für unsere Mitglieder eine attraktive Rendite von 2,2 Prozent gesehen auf das komplette Geschäftsguthaben aller Mitglieder, freute sich Geyer. Angesichts der Nullzins-Situation kann ein Mitglied je nach Geschäftsintensität mit uns eine ansehnliche Rendite pro Geschäftsanteil von bis zu 9,5 Prozent erzielen, ging der Vorstand kurz auf das Hausbankprinzip ein.
 
Es wurde den Erfordernissen der Zeit entsprechend das Filialkonzept der Genossenschaft zudem überarbeitet. Um den geänderten Kundenbedürfnissen nachzukommen, wurde in ein neues Kundenservicecenter (KSC) in der Geschäftsstelle in Waldershof investiert. Durch die Verlagerung von Servicetätigkeiten in das neue KSC entstehen so auch mehr Freiräume für individuelle Beratung, so Geyer. Ein Teil dieses Konzept sieht auch die Schließung von vier Filialen Ende November vor, die gewohnten Ansprechpartner der Kunden bleiben aber selbstverständlich erhalten. Dieser Schritt fiel uns nicht leicht, betonte der Vorstand, der größtenteils verursacht ist durch die lange Niedrigzinsphase und den mancher Begleiterscheinung der Digitalisierung.
 
Um die Geldversorgung in der Fläche aufrecht zu erhalten, betreibt man einerseits mit der Sparkasse zusammen vor Ort jeweils einen Geldausgabeautomaten. Anderseits konnten auch Händler und Läden gewonnen werden, die die Möglichkeit bieten, im Rahmen seines Einkaufes sich zusätzlich mit Bargeld über ein Terminal zu versorgen. Darüber hinaus bieten wir auch unseren nicht mobilen Kunden einen Geldbring-Service an, so der Vorstand. Joachim Geyer bedankte sich abschließend bei allen Kollegen, die gerade seit Beginn der Pandemie dieses Jahr allesamt mit viel Engagement gearbeitet haben. Diese sind der Garant des Erfolges sowie das kompetente und freundliche Gesicht unserer Genossenschaftsbank. Er dankte ebenso den Mitgliedern und den Vertretern, sowie dem Aufsichtsrat für das partnerschaftliche und vertrauensvolle Miteinander.
 

Über das neue Kunden-Service-Center, kurz KSC, informierte Vorstand Thomas Keck bei der Vertreterversammlung der Raiffeisenbank. Im KSC erhalten Kunden telefonisch oder per E-Mail meist allgemeine Auskünfte zu ihrer Geschäftsverbindung oder können Serviceleistungen in Anspruch nehmen, die der Vorstand exemplarisch erläuterte.
 
Die Kunden können mit einem einfachen Anruf bequem ihre Bankgeschäfte von zu Hause oder unterwegs aus erledigen, erläuterte Keck. Das KSC ist erreichbar von Montag bis Freitag immer 10 Stunden am Tag von acht bis achtzehn Uhr. Die zuverlässigen und erfahrenen Ansprechpartner sorgen für eine schnelle und sichere Bearbeitung Ihrer Aufträge und Wünsche. Diese sichern zuerst die persönliche Identifikation am Telefon. Zudem bieten zuverlässige technische Verfahren ein hohes Maß an Sicherheit, damit das Bankgeheimnis in jedem Fall gewahrt bleibt. Zudem organisieren die Ansprechpartner im Kunden-Service-Center sehr gerne einen Rückruf des jeweiligen Kundenberaters, der sich taggleich bei Ihnen meldet und sich um ihr Anliegen kümmert, betonte der Vorstand.