Erste Versammlung

Nach der erfolgreichen Fusion der Raiffeisenbank Kemnather Land – Steinwald mit der Raiffeisenbank Grafenwöhr-Kirchenthumbach im April letzten Jahres fand die erste Vertreterversammlung der neuen Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest eG in der Stadthalle in der Steinwaldkommune statt.

Aufsichtsratsvorsitzender Hubert Kellner eröffnete die Veranstaltung und bat die Anwesenden eingangs zu einem Totengedenken an die verstorbenen Mitglieder und Kunden sich von den Plätzen zu erheben, insbesondere an den verstorbenen Mitarbeiter Reinhardt Müller aus Ebnath. Der Aufsichtsrat hat sich regelmäßig vom Vorstand über die Geschäftsentwicklung berichten lassen, informierte Kellner. Das Gremium stimmte dem Vorschlag des Vorstandes zur Gewinnverwendung voll zu (Bericht folgt). Der Prüfungsverband des Bayerischen Genossenschaftsverbandes hat die Bank geprüft und erneut das positive Jahresergebnis bestätigt.

Kellner dankte dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die im letzten Geschäftsjahr zum Wohle der Bank und ihrer Mitglieder erfolgreich geleistete Arbeit. Der Oberrevisor des bayerischen Genossenschaftsverbandes Michael Kippes nahm die Feststellung des Jahresabschlusses und die Beschlussfassung über die Verwendung des Jahresüberschusses vor, die die Mitglieder ebenso wie der Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates zustimmten. Die turnusmäßig ausscheidenden Aufsichtsräte Josef Birkner (Kemnath), Johannes Reger (Erbendorf) und Paul Reichenberger (Grafenwöhr) wurden von der Versammlung in ihren Ämtern bestätigt.

Einen Bericht über die wirtschaftliche Rahmenbedingungen gab Vorstand Robert Haubner. Die Wirtschaft ist im vierten Jahr in Folge schneller als im langjährigen Trend gewachsen. Dennoch bleiben Wachstumschancen ungenutzt. Der Vorstand sah hier vor allem Chancen in einer stärkeren Nutzung neuer Technologien in Verbindung mit innovativen Geschäftsmodellen. Neben einer zunehmenden Zahl von Bankfusionen ist vor allem ein starker Rückgang bei der Anzahl der Filialen zu beobachten. Kritisch sah Haubner die Niedrigzinspolitik der EZB mit einem mittlerweile mit -0,40 Prozent negativen Einlagenzins für Banken. Diese Politik führt vor allem bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken unweigerlich zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Ertragslage.

Bei Sparern führt dies zudem zu einer erheblichen Schwächung der Altersvorsorge, warnte Haubner. Strafzinsen auf Bankeinlagen bei der EZB passen zudem nicht zu einem Währungsraum, der sich im vierten Jahr des Aufschwungs befindet. Der „Megatrend Digitalisierung“ verändert alle Branchen und damit auch die Anforderungen an Banken radikal. Einfache Dienstleistungen werden zunehmend online wahrgenommen, gleichzeitig wächst aber der Bedarf nach persönlicher Beratung. Verstärkt wird diese Entwicklung durch die auftretende Konkurrenz durch sogenannte Fin-Tech-Unternehmen, die man sehr ernst nimmt.

Die zunehmenden regulatorischen Anforderungen und Meldevorschriften belasten mittelständische Handwerksbetriebe und uns Regionalbanken immer stärker, äußerte der Vorstand hier deutlich seinen Unmut. Die größte Finanzmarktreform der vergangenen Jahrzehnte hat allein in Europa zu mehr als vierzig Gesetzgebungsverfahren geführt, die wiederum mehr als 400 ergänzende Durchführungsbestimmungen zur Folge hatten. Regionalbanken stellen kein Systemrisiko dar und haben auch in der Finanzkrise keine Staatshilfen benötigt. Der Nutzen dieser zahlreichen zusätzlichen Meldepflichten wird von uns Regionalbanken und im Handwerk nur noch mit Kopfschütteln mehr als nur in Frage gestellt.

 

Die Redner blicken optimistisch in die Zukunft bei der ersten gemeinsamen Vertreterversammlung der "neuen" Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest eG: v.l.: Oberrevisor Michael Kippes, Vorstand Herbert Meier, Aufsichtsrat Paul Reichenberger, Vorstand Robert Haubner, Aufsichtsrat Johannes Reger, Vorstand Thomas Keck, Aufsichtsrat Johannes Birkner, Bürgermeister Hans Donko, Vorstandssprecher Joachim Geyer und Aufsichtsratsvorsitzender Hubert Kellner.