Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest eG organisiert Agrarforum

Zwei Referenten standen den aufgeschlossenen Landwirten an diesem Vormittag Rede und Antwort

Zum mittlerweile 7. Agrarforum lud der Ring junger Landwirte zusammen mit der Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest eG in den Veranstaltungssaal der Genossenschaft ein. Vorstandsprecher Joachim Geyer freute sich zusammen mit seinem Landwirtschaftsbetreuer Christoph Heinl, dass wieder zahlreiche Landwirte die Gelegenheit nutzten. Der Geschäftsführer Dipl.-Ing. (FH) Matthias Rösch des Energie-Technologischen Zentrums Nordoberpfalz (etz) informierte, wie man Fördermittel zur Energieeffizienz in der Landwirtschaft einfach und sinnvoll nutzen kann. Der Meteorologe Andreas Neumeyer, der die Wetterberichte unserer Zeitung immer verfasst, veranschaulichte regelmäßige Wetterphänomene, die in unserer Region häufig anzutreffen sind (Bericht folgt).

Eingangs stellte der Geschäftsführer Matthias Rösch das Energie-Technologische Zentrum Nordoberpfalz kurz vor. Dieses hat ihren Sitz in Weiden direkt in der Max-Reger-Halle und wird getragen unter anderem von der Stadt Weiden sowie den beiden Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt/WN. Wir verstehen uns als unabhängiger Dienstleister für eine kostenlose, aber qualifizierte Erstberatung in Sachen Energieeffizienz, so Rösch. Wir erläutern ein planvolles Vorgehen bei Modernisierungen oder auch Neubauten als persönliche Beratung oder auch in Form von einer einfachen telefonischen Auskunft, bot der Geschäftsführer seine Dienste den aufmerksamen Zuhörern an. Institute wie das etz wurden gegründet, um die Ziele des Klimaschutzabkommen von Paris mit zu unterstützen. Auch wenn die kurzfristigen Ziele bis 2020 vermutlich nicht erreicht werden, konnte in den letzten 25 Jahren der jährliche CO2-Ausstoß in Deutschland um rund 350 Millionen Tonnen bereits gemindert werden.

Anschließend stellte der Diplom-Ingenieur Matthias Rösch das Bundesprogramm zur Förderung von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in der Landwirtschaft vor. Der Referent ging hierbei auf die vier Säulen ein, die er den anwesenden Landwirten mit auf den Weg gab. Die erste Säule stellt die Beratung und wenn gewünscht auch die Begleitung eines Vorhabens durch qualifizierte zugelassene Sachverständige dar, die auch im Bereich der Landwirtschaft eine Spezialisierung vorweisen müssen. Die nächsten Sachverständigen hierzu stammen aus dem Bereich Weiden und Bayreuth war aus einer mitgebrachten Liste des Geschäftsführers zu ersehen. Die Beratung muss in Anlehnung an die DIN EN 16247-1 erfolgen, informierte Rösch weiter, wobei 80 Prozent des Beraterhonorars vom Staat bezuschusst werden.

Nach der Aufnahme der energetischen Daten und einer ausführlichen Betriebsbesichtigung werden dem Landwirt energetische Verbesserungspotentiale aufgezeigt. Nach vertiefenden Analysen werden auf Wunsch konkrete Vorschläge gemeinsam erarbeitet und Maßnahmenpläne und Handlungsempfehlungen ausgegeben. Anhand eines Beispiels erläuterte der Diplom-Ingenieur ein solches Vorgehen mittels der Ermittlung des Wärme- und Energiebedarfs, eines überschlägigen Kostenbudgets und der notwenigen Wirtschaftlichkeitsberechnung. Ebenso ging der Referent auf auftretende Probleme in der Praxis ein und zeigte Lösungsmöglichkeiten hierfür auf. Die zweite Säule stellt eine Art Wissenstransfer dar. Hier soll durch einen Austausch von Wissen und eigenen Erfahrungen mit anderen Unternehmern eine Art Netzwerkbildung unterstützt werden. Diese runden Tische werden von einem zugelassenen Sachverständigen moderiert und werden mit bis zu 5.000 Euro pro Jahr unterstützt. Die Teilnehmerzahl muss dabei zwischen sechs und zwölf Landwirten betragen.

Viele Rückfragen hatten die Landwirte an den Referenten bei den zwei weiteren Säulen, da diese Fördermaßnahmen von Einzelinvestitionen, aber auch bei der Optimierung von (Teil-) Systemen weniger bekannt waren. So werden elektrische Motoren und Antriebe, elektrisch angetriebene Pumpen, Ventilatoren, Anlagen zur Kälteerzeugung, Wärmespeicher und Vorkühler in Milchkühlanlagen mit 30 Prozent des Investitionsvolumens unterstützt. Matthias Rösch konnte hierzu Auskünfte geben, welche Technologien notwendig sind und welche oftmals einfachen Voraussetzungen hierfür erfüllt sein müssen, um in den Genuss der Förderung zu kommen. Oftmals reicht hier bereits ein einfacher Blick in das Produktdatenblatt des Herstellers, so Rösch. Auch bei der Optimierung von Systemen und Teilsystemen zeigte der Referent die notwenigen Grundlagen und Voraussetzungen auf. Der Referent gab Wege vor, wie man zu der jeweiligen 20-prozentigen oder 30-prozentigen Förderung gelangt.

Als Abschluss legte der Referent den aufmerksamen Zuhörern noch die Förderung derHeizungsoptimierung ans Herz. Durch den Austausch von einfachen Umwälz- und Warmwasserzirkulationspumpen gegen sogenannte Hocheffizienzpumpen erhält man bei Heizungsanlagen, die seit mehr als zwei Jahre installiert sind, eine Förderung in Höhe von 30 Prozent. Den gleichen Zuschuss gibt es, wenn man eine Heizungsoptimierung durch einen hydraulischen Abgleich durchführen lässt. Auch ein Hinweis auf das BAFA-Förderprogramm Heizen mit Erneuerbaren Energien durfte am Ende nicht fehlen. Leichter als dort beschrieben, bekommen sie keine Förderung, empfahl der Geschäftsführer Matthias Rösch. Vorstand Joachim Geyer konnte unter anderem neben den zahlreichen Landwirten mit Ulrich Härtl auch den Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbandes Tirschenreuth, sowie die Kreisbäuerin Irmgard Zintl und deren Stellvertreterin Martina Sticht unter den Anwesenden begrüßen.