Körper, Geist und Seele fit halten und soziale Kontakte pflegen, lautete die Botschaft beim mittlerweile 8. Agrarforum,

das der Ring junger Landwirte zusammen mit der Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest eG in den großen Raiffeisensaal ausrichtete.

Mit dem Thema Gesundheit boten die Veranstalter eine komplett neue Themenrichtung an, was die vielen gekommenen Landwirte gerne annahmen. Der Vorstandssprecher der Genossenschaft Joachim Geyer freute sich eingangs über den guten Besuch zu der Veranstaltung. Die Sozialpädagogin Regina Eichinger-Schönberger aus Lappersdorf referierte zum Thema „Stress – (k)ein Thema für die Landwirtschaft“. Ihre Kollegin Petra Hager von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) ging anschließend auf verschiedene Angebote ein und bot ihre Beratung an. Den Abschluss bildete ein kurzweiliges Referat von Dr. Tobias Schindler, dem leitenden Oberarzt am Klinikum Fichtelgebirge zum Thema „Trau dich – keine Angst vor Notfällen“.
 
Regina Eichinger-Schönberger ging eingangs zur steigenden nötigen Stressbewältigung in der Landwirtschaft ein. Richtig dosierter Stress ermöglicht eine optimale Leistung und eine Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten, gab die Pädagogin gleich zum Anfang Entwarnung, Stress immer nur als negativ einzustufen. Immens wichtig dabei ist aber die Abwechslung zwischen Anspannung und Entspannung im Alltag. Kommt die Entspannung dabei zu kurz, wird der Stress chronisch und die Leistungskurve eines jeden Menschen zeigt deutlich nach unten. Depressionen, Tinnitus oder ein Hörsturz sind Folgen von solch falschem Verhalten. Aber auch Muskelverspannungen, Bluthochdruck, Magen-Darm-Beschwerden oder Schlafstörungen sind erste Vorboten, das etwas mit unserem Organismus nicht stimmt.
 
Die Herausforderungen in der Landwirtschaft wie der komplexere Maschineneinsatz, immer weniger Ruhezeiten oder die ständig steigenden administrativen Aufgaben sind die Ursachen dafür, das sich immer mehr Landwirte externe Hilfe hierzu holen. Jeder Landwirt hat eine individuelle Stresskompetenz, wobei die Referentin wichtige Säulen hierzu als Tipp mit auf dem Weg gab. Sie empfahl die täglichen Anforderungen anzugehen, aber dabei klare Prioritäten in den Tagesablauf einzuplanen sowie sich dabei selber Grenzen zu setzen. Suchen sie dabei bewusst Kontakte zu ihrem Umfeld und bilden sie sich auch durch Erfahrungsaustausche weiter, so die Rednerin. Weiter gab sie den Tipp eine förderliche Einstellung zu verinnerlichen, die Realität anzunehmen so wie sie ist und nach vorne zu blicken.
 
Die wichtigste Säule, die leider zunehmend verkümmert ist aber die regenerative Stresskompetenz. Sie beinhaltet regelmäßige Pausen zwischen den Arbeiten, die Pflege von Hobbys sowie Sport und Bewegung. Halten sie Körper, Geist und Seele fit, denn nur in einem gesunden Körper wohnt auch gerne eine gesunde Seele. Petra Hager von der SVLFG gab anschließend wertvolle Tipps und Angebote zum Thema Stress und dessen Bewältigung. Sie stellte dabei kurz das Betriebsübergabeseminar vor, das für das Übergebeehepaar gedacht ist. Ebenso empfahl sie ein Trainings- und Erholungswochenende für pflegende Angehörige oder Kurangebote zum Erhaltung und Förderung der Gesundheit.
 
Die Teilnahme an Kuren oder dergleichen ist möglich, wenn eine Versicherung bei der Landwirtschaftlichen Krankenkasse besteht, so Petra Hager, aber auch für SVLFG-Versicherte, die bei einer anderen Krankenkasse versichert sind, wie beispielsweise Nebenerwerbslandwirte. Bei dem Seminar „Stressmanagement“ lernt man mit Belastungssituationen im Alltag umzugehen und Leben und Arbeit in Balance zu halten. Ziel des viertägigen Seminars ist die Vermeidung von Stressfolgen und die Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Als Eigenbeteiligung müssen meistens lediglich die Übernachtungs- und Verpflegungskosten getragen werden. Achten sie vor allem auf ihren Körper, empfahl die Rednerin abschließend, denn es gibt diesen nur einmal.