Hacker-Angriffe bei der Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest eG


 
Kemnath. Zusammen mit einem professionellen Hacker erlebten viele Firmenvertreter, Handwerksbetriebe und Selbstständigen auf Einladung der  Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest Hacking-Angriffe live im Internet. Wie leicht sich Datendiebe hierbei oft tun, präsentierte Dr. Oliver Schwarz von einer renommierten deutschen IT-Sicherheitsfirma, die deutsche Großkonzerne berät und weltweit auf Sicherheitskongressen Vorträge hält im großen Raiffeisensaal am Marktplatz.
 
Das Live-Hacking kein Hexenwerk ist, bewies Dr. Oliver Schwarz gleich eingangs seines Vortrages. Bei einem „Goggle-Hacking“ ließ der IT-Experte die Suchmaschine nach Systemen wie beispielsweise online verbundenen Smart-Homes suchen, die ungeschützt frei im Internet zugänglich sind. Mit nur wenigen Klicks zeigte Schwarz an tatsächlichen Gebäuden und Wohnhäusern, wie man im Handumdrehen die Haus- oder Garagentüren anderer Leute öffnen könnte, das Licht ausschalten oder einfach nur die Rollladen herunterfahren kann, damit Einbrecher in Ruhe arbeiten können.

Etwas aufwendiger war die Preismanipulation bei einem Onlineshop im Internet. Bei einem Juwelier suchte sich der Hacker dabei in dessen Webshop zwei teure Uhren aus, manipulierte deren Einkaufspreis deutlich nach unten bevor er sie in den Warenkorb legte und gönnte sich abschließend noch eine Gutschein über einhundert Euro zusätzlich, den er ebenso frech dazulegte. Auch gezielte Angriffe auf Windows-Systeme demonstrierte der Vertreter der sogenannten „white hats, wie die „guten“ Hacker, die zur Verbrechensbekämpfung agieren, umgangssprachlich genannt werden.
 
Was passiert, wenn man einen gefundenen USB-Stick am Computer einsteckt, unbedacht eine Word-Datei im Anhang einer Mail öffnet oder einfach nur auf einen Link klickt, zeigte Dr. Oliver Schwarz seinem oft verblüfftem Publikum ebenso an diesem Abend. Schwarz hatte bei seinem Vortrag zwei Leinwände aufgebaut. Auf der einen Leinwand demonstrierte er dabei immer den Bildschirm des Opfers, das angegriffen wurde. Auf dem Hauptbildschirm zeigte er hingegen die Maske, die der Hacker sieht, der oftmals sich auch der Kamera auf dem Laptop oder auf dem Handy seiner Opfer bediente.

Ohne das die Opfer dies mitbekommen, können Hacker dank der unbemerkten Einspeisung von trojanischen Pferden sogar die Tastatureingaben ihrer Opfer mitlesen, wie Schwarz bewies. Auch Angriffe auf ein Android-Smartphone führte er vor. Viele vor allem junge Nutzer sind oft unbedacht beim Installieren neuer Apps. Durch Schwachstellen auf dem Smartphone kann so oft Software installiert werden, die es erlaubt, den Nutzer praktisch vollständig zu überwachen, was Schwarz anhand einer unscheinbaren Taschenlampen-App demonstrierte.

Zum Abschluss zeigte der Hacker, wie man das verschlüsselte WLAN des Nachbarn nutzen aber auch blockieren kann. Diese WLAN-Hacks kommen oftmals auch bei Firmen vor, die man schädigen will, indem man eine Art von Störsendern installiert und so die Firmen oft tagelang damit beschäftigt sind, die Kommunikation im Betrieb wieder herzustellen. Der Firmenversicherungssachspezialist der Bank Mario Falk zeigte anhand echter Fälle, welchen Schaden Datendiebe in Betrieben angerichtet haben und wie man sich dagegen schützen kann. Christoph Dauer von der VR-Smart-Finanz zeigte hierzu auch den ein oder anderen Finanzierungstipp.
 
Vorstandssprecher Joachim Geyer freute sich über den sehr guten Besuch der Veranstaltung, der beweist, wie ernst das Thema in der Praxis mittlerweile wahrgenommen wird. Firmenkundenleiter Roman Melzner moderierte den Abend. Beide Redner betonten die Bedeutung des Themas Digitalisierung. Das Wissen, das sich die Menschheit in den letzten 100 Jahren aneignete, hat sich alleine in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Bemerkenswert ist vor allem die rasante Geschwindigkeit dieser Digitalisierung, sowie ihre branchenübergreifenden Auswirkungen.
 
Firmen, die sich der Digitalisierung stellen und in ihre Betriebsabläufe bewusst mit einbinden, sind oftmals schneller und somit erfolgreicher als wenn sie ohne dieses Medium arbeiten. Und überall dort, wo diese Digitalisierung sogar zur Chefsache erklärt wird, läuft der Betrieb noch einen entscheidenden Tick erfolgreicher. Roman Melzner ging auch auf den sogenannten Digitalisierungs-Bonus des Freistaates Bayern kurz ein, der je nach Art der Investition ab 10.000 Euro beantragt werden kann.
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